Poomse - Formen



Der Begriff "Poomse" bedeutet "Bewegungsform". In einem festgelegten Ablauf werden Angriff und Abwehr gegen mehrere Gegner aus verschiedenen Richtungen geübt. Der Zweck ist das Erlernen und Einüben von Angriffs- und Abwehrtechniken in diversen Kombinationen.

In alten Zeiten, als es noch keine geregelten sportlichen Wettkämpfe gab, war die Poomse die einzige realistische Übungsform. Nur so konnten verschiedene Technikkombinationen eingeübt werden. Die Poomse ist auch eine Art Lexikon der Taekwondo-Bewegungen, weil in den einzelnen Formen die wichtigen Techniken des jeweiligen Grades enthalten sind.

Poomse ist Kampf. Diesen Grundgedanken darf man beim Üben nicht vergessen! Alle Bewegungen sind Angriffs- oder Abwehrbewegungen und müssen dementsprechend ausgeführt werden. Dabei ist der jeweilige Rhythmus der Form zu beachten. Die Atemtechnik und die Blickrichtung sind zusammen mit dem Kraftfluss (Spannung) und dem Rhythmus wesentliche Elemente beim Formenlaufen.

Poomsetraining ist anstrengend. Obwohl die Ausführung der meisten Formen weniger als eine Minute dauert, muss man doch eine gute Grundkondition und entsprechendes Konzentrationsvermögen mitbringen. Spezielles Krafttraining ist ebenfalls für gute Formenläufer notwendig.

"Poom" und "Dongjak"

"Poom" ist eine einzelne Bewegung (Technik), z.B. Araemakki bei Taeguk Il-jang, d.h. nur die erste Bewegung oder die erste Technik. "Dongjak" können mehrere Techniken in einem sein (Kombination), z.B. Araemakki und Momtongchirugi bei der fünften Bewegung von Taeguk Il-jang. Es gibt also immer mindestens so viele Poom wie Dongjak in einer Poomse, meist sind es aber mehr Poom als Dongjak (weil Kombinationen ausgeführt werden). 

Kup- (Schüler-) Poomse

Ab 1972 - dem Gründungsjahr der WTF - wurden die Taeguk-Formen verbreitet (vorher trainierte man "Palgue"-Formen). Sie bestehen aus den damaligen neuen Techniken und Stellungen (Apseogi!) und sind im Vergleich zu den älteren Formen kürzer und "schmuckloser", also "direkter". "Tae" (?) bedeutet "Größe" und "guk" (?) bedeutet "Ewigkeit". Zusammengesetzt also: "Ursprung allen Seins".

Natürlich hat dieser Name auch einen Bezug zur koreanischen Fahne, der "Taeguk-ki" und weiter zu dem dahinter liegenden philosophischen Konzept, das schon an anderer Stelle erklärt wurde. So wie bei den alten Palgye-Formen gibt es auch acht Taeguk-Formen. Die Namen der Formen sind nicht schwierig (wenn man Koreaner ist): sie sind einfach auf Koreanisch von 1 bis 8 durchnummeriert: Nummer eins (Il-jang) bis Nummer acht (Pal-jang).

Die acht Taeguk-Formen:

Taeguk Il-Jang       18 Bewegungen      1 Kiap (18. Bewegung) 

Taeguk I-Jang        18 Bewegungen      1 Kiap (18. Bewegung)

Taeguk Sam-Jang   20 Bewegungen      1 Kiap (20. Bewegung) 

Taeguk Sa-Jang      20 Bewegungen      1 Kiap (20. Bewegung) 

Taeguk Oh-Jang      20 Bewegungen      1 Kiap (20. Bewegung) 

Taeguk Yuk-Jang    19 Bewegungen      1 Kiap (12. Bewegung) 

Taeguk Chil-Jang     25 Bewegungen     1 Kiap (25. Bewegung) 

Taeguk Pal-Jang      27 Bewegungen     2 Kiap (3. + 19. Bewegung) 

Alle Taeguk-Formen haben das gleiche Schrittdiagramm. Sie sind symmetrisch und enden stets mit der letzten Technik (letzter Schritt) am Ausgangspunkt. Die Schwierigkeit der Techniken und Kombinationen in der Form nimmt mit jeweils der nächsten Form zu. Man sollte stets jeweils eine Form sehr genau beherrschen und ihre Bedeutung verstehen, bevor man die nächste zu lernen beginnt.