2002 hatten wir die Idee, mit unserem Oldtimer Willy's Jeep (Baujahr 1943) eine Österreich-Umrundung zu starten.Start- und Endpunkt war der Braunsberg bei Hainburg, nahe Bratislava. Wir wollten so nahe es geht an der Innengrenze Österreichs entlang fahren. Etwa drei bis vier Wochen hatten wir dafür veranschlagt.
Insgesamt sieben Jahre (mit zwei Jahren Pause) brauchten wir dann, um die geplante Tour abzuschließen. Wir hatten etliche Pannen und Reparaturaufenthalte, aber der Jeep hielt dennoch über die ganze strapaziöse Strecke bravorös durch. Meist waren es nur Kleinigkeiten, die uns kurz außer Gefecht setzten, selten war eine Werkstatt nötig. Immerhin überwanden wir auf der Fahrt Alpenpässe wie den Arlberg, den Katschberg, die Soboth, das Gaberl oder die Silvretta Hochalpenstraße. Dabei gab es Steigungen bis zu 20%, die der Jeep tapfer hochkroch.
Die meisten der ÖAMTC Pannenfahrer kennen wir jetzt persönlich, mehrmals musste der Jeep per Abschleppwagen zurück nach Wien in die Werkstatt gebracht werden, was die laufende Etappe natürlich beendete.Ein solcher Rücktransport wurde z.B. organisiert, weil 2005 bei der Abfahrt vom Katschberg vermeintlich das Getriebe gebrochen war - es ließ sich kein Gang mehr einlegen. Nach ein paar erholsamen Tagen beim Anderlwirt in St. Andrä (Schwammerlsuchen und Baden in Tamsweg) und einer stresslosen Rückfahrt per Bahn stellte sich beim Mechaniker heraus, dass nur der Ganghebel für den Allradantrieb in die Mittelstellung gesprungen war und das Getriebe daher im Leerlauf feststeckte. Keine Reparatur nötig, nur die Blamage verdauen. Im nächsten Jahr ging es dann weiter.
Außer dem erwähnten vermeintlichen Getriebeschaden hatten wir Kühlerprobleme, gerissene Keilriemen (Damenstrumpfhosen helfen wirklich!), Schwierigkeiten mit der Zündung - wobei sich herausstellte, dass eigentlich Dampfblasen in der Benzinleitung schuld waren und mit der Elektrik (Überladung der Batterie). Der Motor lief unermüdlich (sofern er dann lief), der Ölverbrauch war gigantisch, wohl hauptsächlich auf einen kleinen Riß im Motorblock zurückzuführen, der sich gegen Ende unserer Fahrt immer mehr bemerkbar machte.
Jetzt (2008) steht eine Generalüberholung auf dem Programm, bevor wir unsere nächste Fahrt in Angriff nehmen: die Umrundung Österreichs an der Außengrenze entlang, durch alle Nachbarstaaten. Das müsste doch wohl so in drei oder vier Wochen zu schaffen sein ...