China mon Amour

Am Morgen fahre ich mit unserem Guide Herrn Zhang zum Zollgebäude um das Motorrad abzuholen. Im Hinterkopf rechne ich immer noch mit irgendwelchen Problemen beim Verzollen – aber nix da. Unser chinesisches Reisebüro in Deutschland mit dem wir immer in Kontakt stehen hat ganze Arbeit geleistet. Nach etwa zwanzig Minuten kommt Herr Zhang heraus und sagt „Let’s go.“ Das war’s, noch ein kurzer Stopp vor dem letzten Tor und schon fahren wir Richtung Hotel. Ich bin also auch ein paar Kilometer in China mit dem Motorrad unterwegs – ohne chinesischem Führerschein und Zulassung.

Am Nachmittag kommt dann unser Minibus und wir verfrachten die BMW hinein. Das geht einfacher als gedacht, im Bus wurden hinten ein paar Sitzreihen entfernt und über eine kurze mobile Rampe schieben wir das Bike hinein. Noch mit einem langen Seil richtig verzurrt und fertig für die Abfahrt am nächsten Morgen.

Für die Fahrt nach Tianjin sind dreizehn Stunden veranschlagt, wir schaffen es aber in zehn. Von der Grenze weg geht es erst durch die Innere Mongolei, dann weiter Richtung Beijing. Auf der chinesischen Seite ist die Wüste viel mehr „entwickelt“, es gibt mehr Anzeichen von Bebauung und Bewässerung und fallweise Industrie. Kurz nach Erenhot kommen wir durch den „Dinosaurierpark“, einige Dutzend lebensgroße Saurierfiguren stehen in der Wüste verteilt. Sieht gruselig aus.

Dann ändert sich die Landschaft, es kommen Felder und es wird grün und hügelig. Kurz vor Beijing fahren wir durch die Berge bei Badaling, wo ein Stück der rekonstruierten Großen Mauer steht. Vor einigen Jahren waren wir schon dort, diesmal fahren wir nur vorbei. Wir nehmen die Ringstraße Nr. 6 rund um Beijing herum und der Verkehr nimmt zu. Auf der anderen Seite von Beijing fahren wir weiter nach Süden zum Hafen von Tianjin. Wir liefern die BMW bei der Frachtfirma ab, die wird eine Kiste darum bauen für die Überfahrt nach Korea. Einer unserer großen Ortlieb-Säcke und die Helme gehen da auch hinein, sodass wir beim Flug kein Übergepäck haben.

Anschliessend fahren wir zu unserem Hotel – das ist wieder ausgezeichnet – und verabschieden unseren Guide. Das Taxi morgen zum Flughafen ist bestellt und wir genießen ein Abendessen im Hotelrestaurant. Ich kann immer noch nicht glauben wie problemlos der Transport durch China war, ein Hoch auf unser Reisebüro, das alles von Deutschland aus organisiert hat: Frau Jinan Guo von www.selbstfahrerreisen.com!

Im Bewusstsein unsere lange Reise fast abgeschlossen zu haben schlafen wir so gut wie schon lange nicht.

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