Die Reisevorbereitung

Wenn man eine solche Reise plant geht einem vieles durch den Kopf. Gottseidank gibt es im Internet viele Berichte von Leuten, die das gleiche oder Ähnliches schon gemacht haben. Alle haben ähnliche Gedanken und Bedenken vor der Reise gehabt und alle haben nachher gesagt: es war toll, nicht abschrecken lassen, einfach planen und losfahren.

Trotzdem, wenn’s einen selber betrifft stellt sich das Ganze schon etwas anders dar, die Probleme von denen man liest sind plötzlich die eigenen und somit um Vieles näher. Von den vielen Dingen, mit denen man sich dann plötzlich  beschäftigen muss seien hier einige aufgeführt:

  • Die Zeitfrage – eine lange Reise dauert lange. Wer berufstätig ist hat meist nicht so lange Urlaub. Bei mir liegt das zwar etwas anders, aber auch ich muss eine Menge Dinge regeln wenn ich so lange weg bin. Gottseidank habe ich Trainer, die meine Sportschule weiterführen können bis ich wieder da bin. Meine Frau You Song ist zwar in Pension aber die Akupunkturklinik muss für die Zeit ihrer Abwesenheit stillgelegt werden – hier gibt es keine Ersatzärzte.
  • Die Geldfrage – da geht es nicht nur um die Reisekosten an sich, es müssen auch alle Rechnungen die zuhause auflaufen bedacht werden. Internetbanking löst zwar viele Probleme bei den Zahlterminen, aber wenn nix am Konto ist nutzt auch das Onlinebanking nix mehr. Wir haben halt was angespart bzw. hauen unverhoffte Einkünfte aus Wertpapieren bzw. Versicherungen auf den Schädel. Ursprünglich wollte ich ja mit dem Auto fahren, aber das Motorrad verringert nicht nur die Kosten beträchtlich, es macht auch viel mehr Spaß!
  • Internationale Bürokratie – Einreisevisa, Versicherungen, Carnet de Passage, Impfungen, sonstige Vorschriften machen schon die Zeit der Vorbereitung zu einem bürokratischen Hindernislauf. Nutzt nix – da muss man durch. Wir haben beide eine weltweite Reiseversicherung beim internationalen Flugrettungsdienst IFRA, da ist auch ein Rückholdienst im Krankheitsfall inkludiert. Außerdem haben wir eine Reisekrankenversicherung bei der Wiener Städtischen für drei Monate abgeschlossen. Das wird z.B. für ein Iran-Visum verlangt. Es wird auch unterwegs zu manchen Schwierigkeiten kommen, da müssen wir uns dann halt anpassen und Alternativen suchen, auch das macht den Reiz einer solchen Reise aus. Wer das nicht will, der fährt mit Neckermann.
  • Das Fahrzeugunser Tuttelbär ist nicht nur nach meiner Meinung das ideale Gefährt dafür. Nicht umsonst fuhren Ewan McGregor und Charley Boorman uf ihren legendären Motorrad-Weltreisen die gleiche Maschine. Auf unseren bisherigen Reisen – und eine davon ging immerhin über 8000 km zum Nordkap und retour – erwies die BMW sich als überaus zuverlässig. Absolut keine Macken oder Pannen, einziges Ersatzteil: ein Scheinwerferlämpchen auf der Rückfahrt vom Nordkap ausgewechselt. Dennoch wird das Gerät vor der Reise von einer Spezialwerkstatt (2 Rad Schmidtmayr in 1030 Wien, Dapontegasse 6) auf Herz und Nieren geprüft und überholt. Sollte unterwegs etwas Gröberes passieren müssen wir vor Ort entscheiden was wir tun. Das macht mir aber jetzt kein Kopfzerbrechen.
  • Die Organisation zuhause – das ist jetzt nicht soo ein großes Problem für zwei oder drei Monate. Wiederkehrende Rechnungen kann man per Onlinebanking timen, für Unvorhergesehenes gibt es die Familie, die sich drum kümmern kann (danke, Mama!). Beruflich können wir uns – wie erwähnt – freimachen, das hatten wir auch schon bei früheren längeren Reisen. Wir müssen auch keinen Hausstand auflösen und uns um neue Jobs umsehen wenn wir zurückkommen.