Nach Bischkek

Wir haben gut geschlafen und brechen auf nach Bischkek. Etwa dreihundert Kilometer liegen noch vor uns und zwei Pässe mit denen wir nicht gerechnet haben und die sich gewaschen haben. Zwar ist die Straße gut aber die Anfahrt zum ersten Pass zieht sich endlos und geht auf über dreitausend Meter. Die Passhöhe ist schneebedeckt, es bläst ein Sturm, es ist bewölkt und schneit etwas.

Auf der anderen Seite geht es nur langsam runter, wir fahren eher durch ein weites Hochtal, das sich nur langsam senkt. Wir tanken um unser letztes kirgisisches Geld, das uns die Räuber gelassen haben, bevor die Straße nach links abbiegt und sich einen weiteren irren Pass hochwindet.

Es ist relativ viel Verkehr und viele Fahrzeuge stehen am Straßenrand wegen einer Panne oder einem Reifenschaden. Unsere koreanischen Gummischuhe auf der BMW (Shinko Reifen!) haben jedoch nicht nur den Pamir Highway grandios gemeistert sondern bewähren sich auch hier in Kirgisistan. Problemlos erreichen wir die Passhöhe, wo ein weiterer kilometerlanger dunkler Tunnel auf uns wartet. Aus dem Höllenloch kommt ein irrer Lärm wie von zwanzig Turbinen. Ventilatoren im Tunnel bemühen sich, den Staub und die Abgase rauszublasen, das gelingt aber nicht wirklich. Vor dem Eingang zeigt eine Ampel auf Rot, man bedeutet uns aber reinzufahren, also tun wir das. Als wir die Gaskammer am anderen Ende verlassen bin ich halb tot und taub. Sofort geht es in unzähligen irren Serpentinen in ein tiefes Tal, wenigstens ist die Straße ganz okay. In der Hinsicht kann niemand dem Pamir das Wasser reichen. Hier und da kommen jetzt wieder ein paar Regenwolken aber die gehen vorüber und endlich sehen wir vor uns erstmals nach vielen Tagen ein weites ebenes Land. Die letzten sechzig Kilometer nach Bischkek fahren wir bei zunehmender Verkehrsdichte auf einer ebenen Straße, immer in Sichtweite hoher Berge rechts von uns.

In Bischkek findet unser Navi das Grand Hotel, das nicht so abgehoben ist wie es klingt, aber ein nettes Zimmer mit Garten bietet. Dort sitzen wir jetzt unter einem Sonnenschirm und schreiben unsere Berichte. Gegenüber ist ein koreanisches Restaurant und You Song ist selig. Ich auch. Morgen geht es weiter nach Almaty in Kasachstan.

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